Welche Strahlung wurde in Tschernobyl freigesetzt?

In Tschernobyl wurde vor allem ionisierende Strahlung freigesetzt, genauer gesagt Gamma- und Betastrahlung. Gammastrahlung dringt tief in den Körper ein, Betastrahlung nur wenige Millimeter. Beide können Zellen schädigen.

Bei dem Unfall im April 1986 gelangten große Mengen radioaktiver Isotope in die Luft. Sie sind die eigentliche Quelle der Strahlung. Die wichtigsten waren Jod-131 und Cäsium-137. Beide senden beim Zerfall ionisierende Strahlung aus. Radioaktiver Staub und Partikel wurden vom Wind über weite Teile Europas getragen, auch über Süddeutschland.

Gammastrahlen sind eine Form elektromagnetischer Strahlung. Betastrahlen bestehen aus winzigen geladenen Teilchen. Beide sind gefährlich, besonders in hohen Dosen oder über lange Zeit. Betastrahlung schadet vor allem dann, wenn radioaktive Stoffe mit der Nahrung oder der Atemluft in den Körper gelangen. Deshalb war es so wichtig, die Menschen in der Umgebung zu evakuieren und die Ausbreitung so weit wie möglich einzudämmen.

Die beiden Isotope wirken sehr unterschiedlich lange. Jod-131 hat eine Halbwertszeit von rund acht Tagen und war nach wenigen Monaten praktisch verschwunden. Cäsium-137 zerfällt erst nach etwa 30 Jahren zur Hälfte. Auch deshalb sind Wildpilze und Wildschweine in Bayern bis heute mit Cäsium belastet.

Noch Jahrzehnte nach der Katastrophe gibt es rund um Tschernobyl Gebiete, in denen die Strahlung so hoch ist, dass dort niemand dauerhaft sicher leben kann.

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