Wer hat die mechanische Uhr erfunden?
Die mechanische Uhr hat keinen einzelnen Erfinder. Ihr Herzstück stammt aus China, den Antrieb ohne Wasser entwickelten europäische Mönche. Es kommt darauf an, was man unter „mechanisch“ versteht.
Um das Jahr 725 baute der buddhistische Mönch Yi Xing zusammen mit dem Ingenieur Liang Lingzan einen wassergetriebenen Himmelsglobus. Darin steckte eine frühe Hemmung. Sie ist bis heute das Herz jeder mechanischen Uhr: der kleine Mechanismus, der tickt und die Zahnräder in gleichmäßigem Tempo weiterlaufen lässt.
Ein paar Jahrhunderte später, im Jahr 1092, baute der chinesische Ingenieur Su Song einen astronomischen Uhrenturm. Er war rund zwölf Meter hoch und hatte Zahnräder, einen Kettenantrieb und Figuren, die heraustraten und Glocken schlugen. Ein Problem blieb: Das Ganze lief mit fließendem Wasser. Fror das Wasser im Winter, stand die Uhr.
Hier kamen europäische Mönche ins Spiel. Ende des 13. Jahrhunderts entwickelten sie Uhren, die von schweren Gewichten statt von Wasser angetrieben wurden. Sie mussten nur regelmäßig aufgezogen werden und liefen auch bei Frost.
Die älteste noch funktionierende mechanische Uhr steht in der Kathedrale von Salisbury in England. Sie wurde vermutlich um 1386 gebaut und tickt noch heute. Die Chinesen erfanden also den Mechanismus, die Europäer machten ihn unabhängig vom Wasser.