In welche Richtung weht der Wind um ein Polartief?
Um ein Polartief weht der Wind auf der Nordhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn. Meteorologen nennen diese Drehung zyklonal.
Ein Tief entsteht, wenn der Luftdruck in einem Gebiet sinkt. Die Luft aus der Umgebung strömt dann zum Zentrum. Weil sich die Erde dreht, wird sie dabei abgelenkt. Die sogenannte Corioliskraft sorgt dafür, dass der Wind nicht gerade ins Zentrum weht, sondern in einer Spirale nach innen. Das gilt für jedes Tief auf der Nordhalbkugel, auch für ein Herbsttief über Deutschland.
Polartiefs bilden sich über kalten Meeren im hohen Norden, etwa über der Norwegischen See und der Barentssee, und zwar vor allem im Winter. Dann trifft eiskalte Polarluft auf vergleichsweise mildes Meerwasser. Die Tiefs sind klein, meist nur ein paar hundert Kilometer breit, und leben nur ein bis zwei Tage. Dafür entwickeln sie sich rasend schnell und bringen Schnee, kräftige Winde und schlechte Sicht.
Auf Satellitenbildern sehen Polartiefs aus wie kleine Hurrikane, manche haben sogar ein wolkenfreies Auge. Deshalb werden sie auch arktische Hurrikane genannt. Allein in der eurasischen Arktis zählen Meteorologen rund 15 Polartiefs pro Winter.
Auf der Südhalbkugel läuft die Spirale andersherum: Dort weht der Wind im Uhrzeigersinn um ein Polartief. Auf der Nordhalbkugel bleibt es bei der Drehung gegen den Uhrzeigersinn.