Warum bekamen Hurrikane früher nur Frauennamen?

Hurrikane bekamen Frauennamen, weil Militärmeteorologen der USA im Zweiten Weltkrieg Stürme nach ihren Ehefrauen benannten. 1953 übernahm die amerikanische Wetterbehörde diese Gewohnheit offiziell für Hurrikane im Atlantik.

Die Idee stammte aus einem Roman. In „Storm“ von George R. Stewart aus dem Jahr 1941 gibt ein junger Meteorologe den Stürmen über dem Pazifik die Namen früherer Freundinnen. Das Buch war bei Meteorologen von Armee und Marine sehr beliebt. 1944 sollten drei Militärmeteorologen auf der Pazifikinsel Saipan Taifune vorhersagen. Nach dem Vorbild aus dem Roman benannten sie die Stürme nach ihren Ehefrauen. 1945 führte das Militär eine offizielle Liste mit Frauennamen für Taifune im Westpazifik ein.

Namen hatten einen praktischen Vorteil. Ein kurzer Vorname lässt sich schneller durchsagen und besser behalten als eine Ortsangabe oder ein Datum. Vorher bekamen Stürme oft den Namen des Heiligen, an dessen Gedenktag sie auf Land trafen. Im Atlantik nutzte die Wetterbehörde Anfang der 1950er-Jahre zunächst ein Buchstabieralphabet mit Namen wie Able und Baker. Als 1952 ein neues internationales Alphabet kam, entstand Verwirrung. Deshalb wechselte sie 1953 zu Frauennamen.

Gegen die reinen Frauennamen gab es Protest. Die Frauenrechtlerin Roxcy Bolton aus Florida sagte, Frauen wollten nicht willkürlich mit Katastrophen in Verbindung gebracht werden. Auf politischen Druck hin kamen 1978 im Ostpazifik Männernamen dazu, 1979 auch im Atlantik. Seitdem wechseln sich Frauen- und Männernamen ab.

Die europäischen Wetterdienste führen für ihre Stürme eigene Namenslisten, unabhängig vom Hurrikan-System.

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