Wie beeinflusst Streusalz unser Trinkwasser?

Streusalz kann das Trinkwasser belasten, wenn es in den Boden sickert und sich mit dem Grundwasser mischt. Wenn Schnee und Eis im Frühjahr tauen, wandert das Salz mit dem Schmelzwasser durch die Erdschichten nach unten. Von dort kann es in Brunnen und andere Wasserquellen gelangen.

Trinkwasser mit viel Salz schmeckt salzig oder metallisch. Es taugt dann auch weniger zum Kochen oder zum Gießen von Pflanzen. Für die meisten Menschen sind kleine Mengen Salz im Wasser nicht schädlich. Wer aber Probleme mit Herz oder Nieren hat, sollte das ernst nehmen.

Streusalz belastet auch die Umwelt entlang der Straßen. Pflanzen und Tiere in der Nähe viel befahrener Strecken leiden unter hohen Salzwerten in Boden und Wasser. In manchen Gegenden muss die Wasserqualität deshalb besonders genau überwacht werden, vor allem dort, wo im Winter oft gestreut wird.

Die Mengen sind gewaltig. In einem einzigen Winter landeten allein in Bayern rund 326.000 Tonnen Streusalz auf den Straßen. Für Privatleute ist Salz auf dem Gehweg dagegen in vielen deutschen Gemeinden per Satzung verboten oder nur bei besonderer Glättegefahr erlaubt. Stattdessen empfehlen die Städte Sand, Splitt oder Kies.

Viele Kommunen suchen nach Alternativen. Im bayerischen Dingolfing wird Gurkenwasser aus einer Konservenfabrik zu Salzsole verarbeitet und statt reinem Streusalz auf die Straßen gesprüht. Weltweit bleibt Salz trotzdem das meistgenutzte Mittel gegen Glatteis.

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