Was ist eine Kastration und warum wird sie gemacht?

Bei einer Kastration werden die Organe entfernt oder zerstört, die Keimzellen bilden: beim Männchen die Hoden, beim Weibchen die Eierstöcke. Danach sind keine Nachkommen mehr möglich, und die Bildung der Geschlechtshormone geht stark zurück.

Bei Tieren ist die Kastration Alltag. Sie verhindert ungewollten Nachwuchs und macht manche Tiere ruhiger und leichter im Umgang. Katzen und Hunde werden oft kastriert, um ihre Zahl zu begrenzen und den Tieren ein besseres Leben zu ermöglichen.

Viele verwechseln Kastration und Sterilisation. Bei einer Sterilisation werden nur die Samenleiter oder Eileiter durchtrennt. Das Tier wird unfruchtbar, aber der Hormonhaushalt und damit auch der Sexualtrieb bleiben erhalten.

Beim Menschen ist eine Kastration selten. Sie kommt bei bestimmten Krankheiten infrage und kann Teil einer geschlechtsangleichenden Behandlung für Transpersonen sein. Viele Kulturen haben Kastrationen über Jahrhunderte praktiziert. Heute gelten dafür strenge Regeln.

Auch in der Landwirtschaft hat sich etwas geändert. Männliche Ferkel wurden in Deutschland lange ohne Betäubung kastriert, damit das Fleisch später keinen Ebergeruch hat. Seit dem 1. Januar 2021 ist das verboten. Erlaubt ist der Eingriff nur noch mit wirksamer Schmerzausschaltung.

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