Was misst die Richterskala?
Die Richterskala misst die Stärke von Erdbeben, die sogenannte Magnitude. Charles F. Richter entwickelte sie 1935. Grundlage sind die Ausschläge, die ein Seismograf bei einem Beben aufzeichnet.
Die Skala ist logarithmisch. Jede ganze Stufe nach oben bedeutet einen zehnmal größeren Ausschlag auf dem Seismografen. Die freigesetzte Energie steigt dabei aber um das etwa 31,6-Fache. Ein Beben der Stärke 6 setzt also rund 31,6-mal so viel Energie frei wie eines der Stärke 5, und fast 1.000-mal so viel wie eines der Stärke 4.
Die meisten Beben, von denen man hört, liegen zwischen 4 und 8. Unter 3 spürt kaum jemand etwas, ab 9 drohen großflächige Zerstörungen in ganzen Regionen. In Deutschland sind starke Beben selten. Das Erdbeben von Albstadt auf der Schwäbischen Alb hatte 1978 eine Stärke von 5,7 und zählt zu den stärksten in Deutschland seit über 100 Jahren.
Wissenschaftler nutzen heute meist die Momenten-Magnituden-Skala. Die Richterskala wird bei sehr großen Beben ungenau, weil sie ab etwa Stärke 7 „sättigt“ und kaum noch weiter steigt. Die Momenten-Magnituden-Skala liefert auch bei sehr starken Beben verlässliche Werte. Im Alltag sprechen trotzdem fast alle weiter von der „Richterskala“, auch in den Nachrichten.