Was ist ein Eunuch?
Ein Eunuch ist ein Mann, der kastriert wurde, dem also die Hoden entfernt wurden. In vielen historischen Gesellschaften war das üblich, manchmal freiwillig, oft aber unter Zwang.
Eunuchen hatten in alten Reichen wichtige Aufgaben, vor allem in den Palästen von Kaisern und Königen. Sie arbeiteten als Diener, bewachten den Harem oder stiegen zu hohen Beratern auf. Man hielt sie für weniger gefährlich, besonders in der Nähe von Frauen und Thronfolgern.
In China, im Osmanischen Reich und im alten Persien hatten Eunuchen am Hof eigene Rangordnungen. Manche kamen zu großer Macht und großem Reichtum. Der berühmteste ist wohl Zheng He: Der chinesische Admiral war ein Eunuch und führte zwischen 1405 und 1433 sieben große Flottenexpeditionen bis nach Ostafrika. In anderen Gesellschaften standen Eunuchen dagegen ganz unten und bekamen die Arbeit, die sonst niemand wollte.
Auch Europa hatte seine Eunuchen: die Kastraten. Vom späten 16. bis ins 19. Jahrhundert wurden in Italien Jungen kastriert, damit ihre hohe Stimme erhalten blieb. Der letzte Kastrat der päpstlichen Kapelle, Alessandro Moreschi, starb 1922.
An Herrscherhöfen gibt es heute keine Eunuchen mehr. Eine Kastration unter Zwang gilt als schwere Verletzung der Menschenrechte.