Wie veränderte Dschingis Khan die Seidenstraße?
Dschingis Khan und sein Mongolenreich machten die Seidenstraße sicherer und effizienter. Menschen, Waren und Ideen kamen unter mongolischer Herrschaft leichter von Asien nach Europa, weil eine einzige Macht über fast die ganze Route wachte.
Dschingis Khan starb 1227, doch das Reich, das er gegründet hatte, wuchs unter seinen Söhnen und Enkeln weiter. Am Ende reichte es von China bis in den Nahen Osten und nach Osteuropa. Wer die Seidenstraße entlangzog, musste kaum noch feindliche Grenzen überqueren und seltener fremde Heere fürchten.
Die Mongolen bauten ein Netz aus Poststationen im Abstand von etwa 30 bis 60 Kilometern. Dort konnten Reisende rasten, essen und Pferde wechseln. So entstand eine frühe Form der Raststätte. Ausgebaut hat das Netz vor allem Dschingis Khans Sohn Ögedei. Karawanen wurden seltener überfallen und seltener von korrupten Beamten geschröpft, und der Handel blühte auf.
Seide, Gewürze, Porzellan und neue Techniken wanderten zwischen Ost und West. Auch Religionen, Sprachen und Wissen reisten mit. Historiker nennen diese Zeit Pax Mongolica, den mongolischen Frieden. Sie dauerte etwa von der Mitte des 13. bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts und machte die Seidenstraße zu einer der wichtigsten Handelsadern ihrer Zeit. Ihr Ende kam mit dem Zerfall des Reichs und mit der Pest, die entlang derselben Routen nach Westen wanderte.
Der berühmteste Reisende dieser Epoche war Marco Polo. Er brach 1271 nach China auf und verbrachte rund 17 Jahre im Reich des Großkhans Kublai Khan. Ohne den Schutz der Mongolen wäre seine Reise kaum möglich gewesen.