Seit wann zeigen Menschen den Mittelfinger?

Menschen zeigen den Mittelfinger seit der Antike. Schon im alten Griechenland galt der ausgestreckte Mittelfinger als Zeichen der Verachtung. Die Römer übernahmen die Geste und nannten sie „digitus impudicus“, den schamlosen Finger.

Einer der ältesten Belege steht in der Komödie „Die Wolken“ von Aristophanes aus dem Jahr 423 vor Christus. Dort zeigt eine Figur auf der Bühne die Geste. Bei den Römern tauchte sie in der Politik ebenso auf wie im Alltag. Die Geste ist also mehr als 2.000 Jahre alt.

Damals war die Bedeutung noch deutlicher als heute: Der Mittelfinger stand ganz unverblümt für den Penis. Von Griechenland und Rom aus verbreitete sich die Geste über große Teile Europas. Heute wird sie fast überall auf der Welt gleich verstanden.

In Deutschland ist der Stinkefinger keine Kleinigkeit. Er kann als Beleidigung nach Paragraf 185 des Strafgesetzbuchs bestraft werden. Wer ihn im Straßenverkehr zeigt, riskiert eine Geldstrafe.

Der bekannteste deutsche Fall kommt aus dem Fußball. Stefan Effenberg zeigte bei der WM 1994 im Spiel gegen Südkorea nach seiner Auswechslung den eigenen Fans den Mittelfinger. Der DFB schickte ihn noch während des Turniers nach Hause.

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