Warum saß Marco Polo in Genua im Gefängnis?
Marco Polo saß in Genua im Gefängnis, weil er im Krieg zwischen den Stadtstaaten Venedig und Genua in Gefangenschaft geriet. Er diente Venedig zur See und wurde 1298 nach einer Seeschlacht gegen die Genuesen gefangen genommen.
Marco Polo war damals erst drei Jahre wieder zu Hause. 1271 war er als 17-Jähriger mit Vater und Onkel nach Osten aufgebrochen, 1295 kam er nach rund 24 Jahren zurück nach Venedig. Die italienischen Handelsstädte waren erbitterte Rivalen. Sie kämpften immer wieder um Handelswege und Reichtum. Als Kriegsgefangener verbrachte Marco Polo mehrere Monate hinter Gittern in Genua.
Die Zeit nutzte er auf seine Weise. Er erzählte einem Mitgefangenen, dem Schriftsteller Rustichello da Pisa, von seinen Jahren in China. Rustichello schrieb mit. So entstand ein großer Teil des Buches „Il Milione“, das auf Deutsch unter anderem unter dem Titel „Die Wunder der Welt“ erschienen ist.
Ohne die Gefangenschaft wären seine Abenteuer vielleicht nie aufgeschrieben worden. Die Welt hätte dann womöglich nie von seiner Reise an den Hof des Mongolenherrschers Kublai Khan erfahren.