Welcher König machte die drei Löwen zum Wappen Englands?
Richard Löwenherz machte die drei Löwen zum Wappen Englands. Er regierte von 1189 bis 1199 und war der erste englische König, der drei goldene Löwen auf rotem Grund führte. Das Motiv erschien ab 1198 auf seinem zweiten Großsiegel und blieb über Jahrhunderte das königliche Wappen Englands.
Die Löwen kamen nicht aus dem Nichts. Schon Richards Vorgänger nutzten das Tier. Sein Urgroßvater Heinrich I. wird mit einem einzelnen Löwen in Verbindung gebracht, weitere Löwen kamen durch königliche Heiraten hinzu. Richard fügte sie zu drei schreitenden Löwen zusammen, die den Betrachter anblicken. In der Heraldik heißt diese Haltung „passant guardant“. Manche Historiker vermuten, dass die drei Löwen für seine drei großen Gebiete stehen: England, die Normandie und Aquitanien.
Sein Beiname passte zu dem kraftvollen Bild. Richard galt als mutig und führte den Dritten Kreuzzug mit an. Er starb ohne Kinder, doch sein Wappen überlebte ihn um Jahrhunderte. Spätere Könige übernahmen die drei Löwen als Wappen Englands. Erst 1340 kombinierte Eduard III. sie mit den französischen Lilien.
Als Jahrhunderte später die englische Fußballnationalmannschaft entstand, wurden die drei Löwen ihr Emblem. So wurde aus dem Siegel eines mittelalterlichen Königs eines der bekanntesten Symbole im Sport. Deutschland setzt auf ein anderes Wappentier: Der Bundesadler ziert das Staatswappen und, vereinfacht, das Trikot der deutschen Nationalmannschaft.