Wofür wurde Galileo Galilei von der Kirche verurteilt?
Galileo Galilei wurde von der katholischen Kirche als „der Ketzerei dringend verdächtig“ verurteilt. Er hatte die Lehre verteidigt, dass die Sonne und nicht die Erde im Mittelpunkt des Sonnensystems steht. Für die Kirche war das ein Verstoß gegen ihre Auslegung der Bibel.
Zu Galileis Zeit lehrte die Kirche, dass die Erde unbeweglich im Zentrum des Universums ruht. Als Galilei öffentlich verbreitete, dass die Erde um die Sonne kreist, galt das als direkter Ungehorsam. Am 22. Juni 1633 verkündete die Inquisition in Rom ihr Urteil. Galilei musste seinen Überzeugungen vor den Richtern öffentlich abschwören.
Trotz des Widerrufs stand er bis zu seinem Tod unter Hausarrest. Die letzten Jahre verbrachte er in seiner Villa in Arcetri bei Florenz, wo er am 8. Januar 1642 starb. Seine Arbeit legte dennoch den Grundstein für die moderne Astronomie. Viele spätere Forscher bauten auf seinen Erkenntnissen zur Bewegung von Planeten und Monden auf.
Die Kirche brauchte lange, um den Fall aufzuarbeiten. Erst am 31. Oktober 1992, 350 Jahre nach Galileis Tod, räumte Papst Johannes Paul II. offiziell ein, dass die Kirche im Fall Galilei Fehler gemacht hatte. Das Urteil von 1633 hob er aber nicht förmlich auf.