Welcher Planet im Sonnensystem dreht sich im Uhrzeigersinn?

Die Venus dreht sich im Uhrzeigersinn, also entgegen der Richtung fast aller anderen Planeten im Sonnensystem. Wer auf der Venus stünde, sähe die Sonne im Westen aufgehen und im Osten untergehen.

Blickt man von Norden auf das Sonnensystem, rotieren die meisten Planeten gegen den Uhrzeigersinn, auch die Erde. Astronomen nennen das prograde Rotation. Die Venus hat eine retrograde Rotation, sie dreht sich also andersherum.

Dazu lässt sich die Venus extrem viel Zeit. Für eine Umdrehung um die eigene Achse braucht sie rund 243 Erdtage, für eine Runde um die Sonne nur etwa 225. Eine einzige Drehung dauert damit länger als ein ganzes Venusjahr. Von einem Sonnenaufgang zum nächsten vergehen trotzdem nur rund 117 Erdtage, gerade wegen der Rückwärtsdrehung.

Auch der Uranus dreht sich ungewöhnlich. Er liegt aber fast auf der Seite, deshalb lässt sich seine Rotation schwer direkt vergleichen. Bei der Drehrichtung ist die Venus der klare Sonderfall.

Entdeckt wurde die Rückwärtsdrehung erst Anfang der 1960er-Jahre. Möglich machten das Radarmessungen, die durch die dichte Wolkendecke dringen. Warum die Venus andersherum rotiert, ist bis heute nicht sicher geklärt. Diskutiert werden etwa ein gewaltiger Zusammenstoß in der Frühzeit oder Gezeitenkräfte, die an ihrer dichten Atmosphäre zerren.

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