Wann erklärte das Kosovo seine Unabhängigkeit von Serbien?
Das Kosovo erklärte am 17. Februar 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien. An diesem Tag verabschiedete das Parlament in Pristina die Unabhängigkeitserklärung. 109 Abgeordnete stimmten dafür, elf Vertreter der serbischen Minderheit boykottierten die Abstimmung.
Vorausgegangen waren Jahre der Gewalt und der internationalen Verwaltung. Nach einem gewaltsamen Konflikt zwischen serbischen Truppen und der albanischen Bevölkerungsmehrheit stand das Kosovo ab 1999 unter UN-Verwaltung. Die Kosovaren regierten sich in dieser Zeit teilweise selbst.
Die USA und die meisten EU-Staaten erkannten den neuen Staat schnell an. Deutschland folgte am 20. Februar 2008, nur drei Tage nach der Erklärung. Serbien, Russland und viele weitere Länder lehnen die Anerkennung bis heute ab. Der Internationale Gerichtshof stellte im Juli 2010 zwar fest, dass die Erklärung nicht gegen das Völkerrecht verstieß. Der Status des Kosovo bleibt trotzdem international umstritten.
Auch die EU ist sich nicht einig. Fünf Mitgliedstaaten erkennen das Kosovo nicht an: Spanien, Griechenland, Zypern, Rumänien und die Slowakei. Die Unabhängigkeit hat die ganze Balkanregion geprägt und Debatten über Selbstbestimmung, staatliche Souveränität und Völkerrecht ausgelöst.