Wo wurden im Jahr 577 die ersten Zündhölzer benutzt?
Schon im Jahr 577 benutzten Menschen in China Holzstäbchen mit Schwefelspitze, um Feuer zu machen. Sie gelten als die früheste Form des Zündholzes.
Die Stäbchen aus Kiefernholz waren an einem Ende in Schwefel getaucht. Hielt man sie an die Glut oder an eine Flamme, fing der Schwefel sofort Feuer, und das Hölzchen trug die Flamme weiter zum Herd oder zur Lampe. Durch Reiben entzünden ließen sie sich noch nicht. Das moderne Streichholz kam erst mehr als 1.200 Jahre später.
Erfunden wurden sie laut Überlieferung von verarmten Hofdamen im Reich der Nördlichen Qi, als das Nachbarreich der Nördlichen Zhou das Land eroberte. Die Frauen konnten die Stadt nicht verlassen und brauchten einen einfachen Weg, Feuer zu machen. Aufgeschrieben wurde die Geschichte allerdings erst 1366 im chinesischen Text Cho Keng Lu, fast 800 Jahre nach dem Ereignis.
Sicher belegt sind die Schwefelhölzchen um das Jahr 950. Damals beschrieb ein chinesischer Text sie unter dem Namen „lichtbringender Sklave“. Im 13. Jahrhundert wurden sie auf den Märkten von Hangzhou verkauft.
Zündhölzer, die man durch Reiben entzündet, kamen in Europa erst Jahrhunderte später auf. In Deutschland gilt Jakob Friedrich Kammerer, der in Ludwigsburg lebte, als Erfinder des Phosphorzündholzes. Er entwickelte es 1832.