Was ist der freie Fall?
Freier Fall bedeutet, dass ein Körper nur noch von der Schwerkraft bewegt wird. Nichts bremst ihn, nichts lenkt ihn ab. Luftwiderstand und andere Kräfte spielen keine Rolle.
Springst du aus einem Flugzeug, bist du in den ersten Momenten fast im freien Fall. Die Luft bremst dich noch kaum, und jede Sekunde wirst du um rund 35 km/h schneller. In der Physik meint man mit dem Begriff meist kleine Objekte oder geschlossene Systeme, etwa eine Kugel, die in einer luftleeren Röhre fällt.
Auf der Erde fühlt sich der freie Fall selten „frei“ an, weil der Luftwiderstand mit dem Tempo wächst. Im Weltraum gibt es diesen Widerstand kaum. Viele glauben, Astronauten schweben, weil es dort oben keine Schwerkraft gibt. Das stimmt nicht. Die Raumstation ISS fällt die ganze Zeit Richtung Erde. Sie verfehlt den Boden nur, weil sie gleichzeitig mit rund 28.000 km/h seitwärts rast. Wer an Bord ist, fällt mit und fühlt sich deshalb schwerelos.
Nachstellen lässt sich freier Fall im Fallturm der Universität Bremen: 146 Meter hoch, innen eine luftleere Röhre. Eine Kapsel fällt darin 110 Meter tief und ist dabei 4,7 Sekunden lang schwerelos. Forscher aus aller Welt schicken ihre Experimente hinein. Auch Freizeitparks greifen das Prinzip auf: Im Free-Fall-Tower erlebst du für einen kurzen Moment fast freien Fall.