Was passiert bei der Kernspaltung?
Bei der Kernspaltung zerbricht ein Atomkern in zwei oder mehr Teile. Physiker nennen den Vorgang auch Fission, nach dem lateinischen Wort für Spaltung. Dabei wird eine große Menge Energie frei, und genau das nutzen Kernkraftwerke, um Strom zu erzeugen.
So läuft es ab: Ein schwerer Atomkern, zum Beispiel Uran oder Plutonium, fängt ein Neutron ein. Der Kern wird dadurch instabil und zerfällt in zwei kleinere Kerne. Gleichzeitig schleudert er ein paar weitere Neutronen heraus und gibt viel Energie in Form von Wärme ab.
Die Kernspaltung ist das genaue Gegenteil der Kernfusion. Bei der Fusion verschmelzen kleine Atomkerne zu einem größeren, statt sich zu teilen. Auch bestimmte Atomwaffen beruhen auf der Spaltung.
Entdeckt wurde die Kernspaltung in Deutschland. Am 17. Dezember 1938 beschossen Otto Hahn und Fritz Straßmann in Berlin Uran mit Neutronen und fanden danach Barium, ein deutlich leichteres Element. Die Physikerin Lise Meitner lieferte kurz darauf aus dem schwedischen Exil zusammen mit ihrem Neffen Otto Frisch die Erklärung: Der Urankern war zerplatzt.
Für den Strom in Deutschland spielt die Kernspaltung heute kaum noch eine Rolle. Am 15. April 2023 gingen die letzten drei Kernkraftwerke vom Netz: Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2.