Springt ein leichter Skispringer weiter als ein schwerer?
Ein leichter Skispringer springt in der Regel weiter als ein schwerer. Bei gleich großen Skiern und gleichem Anzug trägt die Luft einen leichten Körper besser, der Springer „segelt“ länger durch die Luft.
Im Skispringen gilt deshalb: Wenig Gewicht ist ein Vorteil. Das Körpergewicht bestimmt mit, wie gut ein Springer auf dem Luftpolster liegt. Leichte Athleten brauchen weniger Auftrieb, um in der Luft zu bleiben, und gleiten deshalb länger.
Lange führte das zu einem gefährlichen Wettlauf ums Abnehmen. Als Sven Hannawald 2002 als Erster alle vier Springen der Vierschanzentournee gewann, sorgte sein extrem dünner Körper weltweit für Diskussionen. Der Weltverband FIS reagierte 2004 mit einer Regel, die bis heute gilt: Die erlaubte Skilänge hängt vom Body-Mass-Index ab. Wer zu leicht ist, muss mit kürzeren Skiern springen und verliert damit Auftrieb.
Ganz verschwunden ist der Vorteil nicht. Studien zeigen, dass es sich innerhalb gewisser Grenzen weiter auszahlt, leicht zu sein. Moderne Bindungen und Ski gleichen die fehlende Länge teilweise aus. Deshalb wird in der Skisprungszene bis heute über das Idealgewicht gestritten, und Springer wie der Schweizer Gregor Deschwanden fordern eine feste Untergrenze beim BMI.