Warum gab es in Japan lange keinen Lachs im Sushi?

Die Japaner waren beim Lachs lange skeptisch, weil sie Parasiten fürchteten. Lachs aus japanischen Gewässern trug oft Parasiten in sich, die krank machen konnten, wenn der Fisch roh gegessen wurde.

Traditionelles Sushi setzte auf Thunfisch, Makrele und verschiedene Weißfische. Die galten als sicher, weil sie entweder weit draußen auf dem Meer gefangen oder so zubereitet wurden, dass Parasiten abstarben. Roher Lachs gehörte bis in die 1980er-Jahre schlicht nicht dazu.

Dass heute Lachs auf dem Sushi liegt, verdankt Japan dem Zuchtlachs aus Norwegen. Norwegen startete 1986 die Kampagne „Project Japan“, um mehr Fisch dorthin zu verkaufen. Der Zuchtlachs war frei von Parasiten und konnte deshalb roh gegessen werden. Japanische Großhändler winkten trotzdem erst einmal ab. In Japan esse niemand Lachs roh, hieß es.

Es dauerte Jahre, bis sich das änderte. Zuerst griffen junge Leute zu, dann der Rest des Landes. Heute gehört Lachs zu den beliebtesten Sushi-Sorten in Japan. Geholfen hat auch ein Trick mit dem Namen: Der norwegische Fisch wurde als „Sāmon“ verkauft, nicht als „Shake“. So hieß der heimische Lachs, den die Japaner nur gegart kannten.

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