Was ist ein Haiku?
Ein Haiku ist eine japanische Gedichtform aus drei Zeilen. Traditionell hat die erste Zeile fünf Silben, die zweite sieben und die dritte wieder fünf.
Meist geht es in einem Haiku um die Natur oder eine Stimmung. Üblich ist ein Jahreszeitenwort, das verrät, zu welcher Zeit des Jahres das Gedicht spielt. Im Japanischen ist der Stil sehr schlicht und knapp. Wenige Wörter sollen möglichst starke Bilder erzeugen.
Haiku stammen aus Japan, werden heute aber weltweit in vielen Sprachen geschrieben. Du musst kein Dichter sein, um selbst eines zu schreiben. Vielen macht es Spaß, mit Wörtern zu spielen und die Balance zwischen den drei kurzen Zeilen zu finden.
Anders als viele andere Gedichte muss sich ein Haiku weder reimen noch einem festen Rhythmus folgen. Das macht den Einstieg leicht. Die Herausforderung liegt darin, ein Gefühl mit sehr wenigen Wörtern einzufangen.
Das wohl berühmteste Haiku stammt von Matsuo Bashō aus dem 17. Jahrhundert. Es beschreibt einen alten Teich, einen Frosch, der hineinspringt, und das Geräusch des Wassers. Mehr passiert nicht, und genau das ist die Kunst.