Was ist der Cheerleader-Effekt?
Der Cheerleader-Effekt beschreibt, dass Menschen in einer Gruppe attraktiver wirken als allein. Dasselbe Gesicht bekommt ein paar Punkte mehr, sobald andere Gesichter daneben stehen.
Der Grund sitzt im Gehirn. Tauchen mehrere Gesichter zusammen auf, bewertet es sie nicht ganz unabhängig voneinander. Stattdessen bildet es nebenbei einen Durchschnitt und glättet kleine Makel. Durchschnittliche Gesichter empfinden wir als attraktiv, deshalb profitieren die meisten in der Gruppe ein wenig.
Den Namen hat der Effekt nicht aus der Wissenschaft, sondern aus dem Fernsehen. In der Sitcom „How I Met Your Mother“ behauptet Barney Stinson, eine Gruppe Frauen sehe nur zusammen gut aus. 2013 nahmen die Psychologen Drew Walker und Edward Vul von der University of California in San Diego die Behauptung ernst und prüften sie in fünf Experimenten.
Die Testpersonen bewerteten dieselben Gesichter auf Gruppenfotos höher als auf Einzelbildern. Der Effekt gilt für Männer wie Frauen und wurde in verschiedenen Kulturen beobachtet. Groß ist er allerdings nicht. Vul fasste es so zusammen: „Der Effekt ist definitiv klein, aber manche von uns brauchen jede Hilfe, die sie kriegen können.“
Die Illusion entsteht so schnell, dass wir sie nicht bemerken. Wer auf dem Gruppenfoto besser aussieht als auf dem Passbild, bildet sich das also nicht ein.