Was ist Frotteurismus?

Frotteurismus bedeutet, dass sich jemand sexuell erregt, indem er sich an einer fremden Person reibt oder sie berührt, ohne dass sie zugestimmt hat. Das passiert meist dort, wo es eng ist: in der vollen U-Bahn, im Bus, im Aufzug oder in der Warteschlange.

Das Wort kommt aus dem Französischen: „se frotter“ heißt „sich reiben“. In der Psychiatrie zählt Frotteurismus zu den Paraphilien, also zu sexuellen Interessen, die außerhalb der Norm liegen. Fachleute stellen eine Diagnose, wenn das Verlangen mindestens sechs Monate anhält und die Person es an anderen auslebt oder selbst stark darunter leidet.

Sexuell bestimmte Berührungen ohne Zustimmung sind in Deutschland strafbar. Seit 2016 steht sexuelle Belästigung als eigener Paragraf im Strafgesetzbuch (§ 184i). Im Grundfall drohen bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe. Für Betroffene ist so ein Übergriff oft sehr belastend.

Zufälliger Kontakt im Gedränge ist etwas anderes. Wer im vollen Zug angestoßen wird, erlebt keinen frotteuristischen Übergriff. Es geht immer um Absicht: Jemand sucht gezielt die Berührung, um sich selbst zu erregen, und nimmt in Kauf, dass die andere Person das nicht will.

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