Wo auf der Welt gibt es keine Nagetiere?
Nagetiere leben auf fast jedem Kontinent, aber an einem Ort gab es sie nie von Natur aus: in der Antarktis. Auf dem Eiskontinent hat es nie heimische Nagetiere gegeben, keine Mäuse, keine Ratten und keine andere Art aus dieser riesigen Säugetiergruppe.
Der Grund ist das extreme Klima. Die Antarktis ist fast das ganze Jahr von Eis bedeckt, und die Temperatur kann auf minus 60 Grad Celsius fallen. Die meisten Nagetiere würden das nicht überleben, weil sie auf Pflanzen, Samen oder kleine Insekten als Nahrung angewiesen sind.
Auf allen anderen Kontinenten gibt es Nagetiere in riesiger Vielfalt, von der winzigen Maus bis zum Biber und zum Capybara. Das Capybara aus Südamerika ist das größte Nagetier der Welt und wiegt bis zu 66 Kilogramm, so viel wie ein erwachsener Mensch. Selbst auf abgelegenen Inseln haben Menschen oft Nagetiere eingeschleppt, die sich schnell angepasst haben. In der Antarktis haben sich dagegen weder eingeschleppte noch natürlich eingewanderte Nagetiere dauerhaft angesiedelt.
Forscher kontrollieren Schiffe und Forschungsstationen genau, damit keine Nagetiere als blinde Passagiere in die Antarktis gelangen. Die empfindlichen Ökosysteme dort vor eingeschleppten Arten zu schützen, hat höchste Priorität. Das gilt auch für so kleine Tiere wie Mäuse und Ratten.