Was sind Antipsychotika und wofür werden sie eingesetzt?

Antipsychotika sind Medikamente gegen psychische Erkrankungen wie Psychosen und Schizophrenie. Sie dämpfen Symptome wie Halluzinationen, Wahnvorstellungen und starke Unruhe. In Deutschland heißen sie oft auch Neuroleptika.

Die Mittel wirken auf Botenstoffe im Gehirn, vor allem auf Dopamin. Ist dieser Botenstoff in bestimmten Bereichen des Gehirns zu aktiv, kann das zu ungewöhnlichen Wahrnehmungen und Gedanken führen. Antipsychotika bringen das System wieder etwas mehr ins Gleichgewicht.

Es gibt mehrere Gruppen. Das erste Mittel, Chlorpromazin, wurde 1952 in Frankreich zum ersten Mal bei psychisch Kranken eingesetzt. Wirkstoffe aus dieser Zeit heißen „Antipsychotika der ersten Generation“. Neuere Mittel der sogenannten zweiten Generation lösen seltener Bewegungsstörungen aus, führen dafür aber häufiger zu Gewichtszunahme. Auch sie bremsen die Wirkung von Dopamin, wirken aber zusätzlich auf den Botenstoff Serotonin.

Eingesetzt werden sie nicht nur bei Schizophrenie, sondern auch bei bipolaren Störungen und manchmal bei schweren Depressionen. Die Dosis muss für jeden Menschen einzeln angepasst werden, und ein Arzt begleitet die Behandlung, bis das passende Mittel gefunden ist.

Der Begriff Neuroleptikum geht auf die französischen Psychiater Jean Delay und Pierre Deniker zurück. Im Mai 1952 berichteten die beiden in Paris, dass Chlorpromazin unruhige Patienten deutlich beruhigte.

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