Warum steht der Polarstern am Himmel still?
Der Polarstern steht am Himmel fast still, weil er beinahe genau über dem Nordpol der Erde liegt. Wenn sich die Erde dreht, ziehen alle anderen Sterne scheinbar Kreise um den Himmelspol. Der Polarstern sitzt fast genau auf dieser Achse. Deshalb wirkt es so, als bliebe er Nacht für Nacht an derselben Stelle.
Der Stern heißt auch Polaris und ist der hellste Stern im Kleinen Bären, den viele als Kleinen Wagen kennen. Auf der Nordhalbkugel dient er seit Jahrhunderten dazu, Norden zu finden. Über dem Südpol gibt es keinen vergleichbaren Stern. Auf der Südhalbkugel funktioniert dieser Trick deshalb nicht so einfach.
Ganz still steht der Polarstern allerdings nicht. Er liegt rund 0,7 Grad neben dem exakten Himmelspol und zieht deshalb jede Nacht einen winzigen Kreis. Mit bloßem Auge fällt das in einer einzelnen Nacht nicht auf.
Viele halten ihn außerdem für den hellsten Stern am Himmel. Das stimmt nicht. Er ist nur ein Stern mittlerer Helligkeit und etwa 447 Lichtjahre von uns entfernt.
Und es bleibt nicht immer derselbe Stern. Die Erdachse ändert ihre Richtung ganz langsam, Astronomen nennen das Präzession. Am dichtesten am Pol steht der Polarstern im Jahr 2102, danach wandert er wieder weg. In einigen tausend Jahren übernimmt ein anderer Stern die Rolle, in rund 12.000 Jahren ist es die Wega.