Was ist der Saatgut-Tresor auf Spitzbergen?
Der Saatgut-Tresor auf Spitzbergen ist ein riesiges Lager für Samen aus der ganzen Welt. Rund 1,4 Millionen Saatgutproben von Nutzpflanzen liegen hier als Sicherheitskopie, falls den Beständen anderswo auf dem Planeten etwas zustößt.
Gebaut wurde er tief in einen Berg bei Longyearbyen auf der norwegischen Inselgruppe Spitzbergen, die auf Norwegisch Svalbard heißt. Der Ort ist kalt und geologisch stabil. Erdbeben, Brände, Kriege und sogar Atomunfälle können den Samen hier wenig anhaben. Im Inneren herrschen konstant minus 18 Grad Celsius, so bleiben die Samen Jahrzehnte oder noch länger keimfähig.
Die Idee ist einfach: Geht irgendwo ein Saatgutbestand verloren, holt man die Samen aus dem Tresor und sät sie neu aus. Das ist schon passiert. 2015 ließ sich das Forschungszentrum ICARDA seine Proben zurückschicken, weil seine Genbank bei Aleppo im syrischen Bürgerkrieg unerreichbar geworden war. Die Samen wurden im Libanon und in Marokko neu vermehrt, ein Teil der frischen Samen liegt inzwischen wieder auf Spitzbergen.
Der Tresor gilt als größtes Sicherheitslager für Saatgut weltweit. Mehr als 100 Genbanken haben Proben geschickt, aus fast jedem Land der Erde. Betrieben wird er von Norwegen, dem nordischen Genressourcenzentrum NordGen und dem Crop Trust, der seinen Sitz in Bonn hat. Fällt die Kühlung einmal aus, hält der Permafrost die Kammern trotzdem bei etwa minus 3,5 Grad.