Warum gibt es in Irland keine Schlangen?

In Irland leben keine wilden Schlangen, weil sie nach der letzten Eiszeit nie dort angekommen sind. Als das Eis schmolz und das Land wieder grün wurde, war Irland schon eine Insel. Die Schlangen vom europäischen Festland kamen zu spät.

Seit rund 8.500 Jahren ist Irland durch das Meer vom Rest Europas getrennt. Großbritannien war noch länger mit dem Festland verbunden, deshalb haben es drei Arten bis dorthin geschafft: Kreuzotter, Barrenringelnatter und Schlingnatter. Nach Irland kam keine einzige. Auch andere Tiere fehlen auf der Insel, zum Beispiel Maulwürfe und mehrere Hirscharten.

Zum Vergleich: In Deutschland leben sieben heimische Schlangenarten, darunter die Kreuzotter und die Ringelnatter. Hätten die Schlangen Irland erreicht, bevor das Meer die Insel abschnitt, würden sie dort heute wohl genauso leben.

Viele kennen die Legende, dass der heilige Patrick alle Schlangen aus Irland vertrieben hat. Die Geschichte ist aber symbolisch gemeint. Sie steht für den Sieg des Christentums über alte heidnische Bräuche. Es gibt keinen Beleg dafür, dass dort je Schlangen gelebt haben.

Bis heute gibt es in Irland keine wilden Schlangen. Manche halten sie als Haustiere, dürfen sie aber nicht in die Natur entlassen. Die irische Natur bleibt also schlangenfrei.

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