Was ist eine Paraphilie?

Paraphilie ist ein Sammelbegriff für sexuelle Interessen, die vom Üblichen abweichen. Das Wort kommt aus dem Griechischen: „para“ bedeutet neben oder abseits, „philia“ bedeutet Liebe. Gemeint ist sexuelles Interesse an ungewöhnlichen Gegenständen, Situationen oder Handlungen.

Bekannte Beispiele sind Voyeurismus (anderen heimlich zusehen), Exhibitionismus (sich vor anderen entblößen), Fetischismus (Erregung durch bestimmte Gegenstände) und Masochismus (Lust an Schmerz oder Demütigung). Den Begriff prägte Friedrich Salomo Krauss im Jahr 1903.

Nicht jede Paraphilie ist ein Problem. Psychologen unterscheiden zwischen einer Paraphilie, also einem ungewöhnlichen Interesse, und einer paraphilen Störung. Von einer Störung spricht man erst, wenn die Person selbst stark darunter leidet oder anderen damit schadet. Die beiden großen Diagnosesysteme ziehen diese Grenze: das DSM-5 seit 2013 und die ICD-11 seit 2022.

Viele setzen eine Paraphilie mit einer Krankheit gleich. Das stimmt so nicht. Eine ungewöhnliche Vorliebe allein ist keine Diagnose, solange niemand darunter leidet oder zu Schaden kommt.

Paraphilien sind in vielen Kulturen und seit Jahrhunderten belegt. Einvernehmliche Handlungen zwischen Erwachsenen sind in der Regel legal. Entscheidend ist, ob jemand ohne Einwilligung beteiligt ist oder zu Schaden kommt.

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