Wer war der Tyrann Dionysios I. von Syrakus?
Dionysios I. war ein griechischer Tyrann, der von 405 bis 367 v. Chr. die Stadt Syrakus auf Sizilien beherrschte. Geboren wurde er um 430 v. Chr., die Macht riss er mit nur 25 Jahren an sich.
Syrakus war einer der mächtigsten griechischen Stadtstaaten außerhalb des griechischen Mutterlands. Unter Dionysios wurde die Stadt noch mächtiger. Er führte mehrere Kriege gegen Karthago und eroberte große Teile Siziliens. Seine Macht reichte bis nach Süditalien.
In der Geschichtsschreibung gilt Dionysios als klassischer Tyrann. Die Quellen beschreiben ihn als paranoid, brutal und machthungrig. Er umgab sich mit Leibwächtern und traute niemandem. Trotzdem hielt er sich fast 40 Jahre an der Macht.
Bekannt ist er auch aus der Legende vom Damoklesschwert, die von den Gefahren großer Macht erzählt. Wer heute sagt, über jemandem schwebe ein Damoklesschwert, spielt auf eine Legende vom Hof in Syrakus an. Als Dionysios 367 v. Chr. starb, übernahm sein Sohn Dionysios II. die Herrschaft.
Vielen in Deutschland ist der Name aus dem Deutschunterricht vertraut. Schillers Ballade „Die Bürgschaft“ beginnt mit den Worten „Zu Dionys, dem Tyrannen, schlich“. Ob Schiller damit Dionysios I. oder seinen Sohn meinte, ist offen: Schon die antiken Quellen der Geschichte nennen mal den Vater, mal den Sohn.