Was ist Bathymetrie?
Bathymetrie ist die Vermessung der Wassertiefe in Meeren und Seen. Das Ergebnis zeigt, wie der Boden unter Wasser geformt ist, ähnlich wie eine topografische Karte Berge und Täler an Land zeigt.
Mit dieser Methode entstehen detaillierte Karten des Meeresbodens. Forscher leiten daraus ab, wie Meeresströmungen verlaufen und wo Schiffe sicher fahren können. Moderne Bathymetrie arbeitet meist mit Echolot, also mit Schallwellen vom Schiff aus. Dazu kommen Laser und Satellitendaten.
Genaue Karten des Meeresbodens helfen dabei, Rohstoffe zu finden, Pipelines zu planen und empfindliche Ökosysteme zu schützen. Bathymetrie zeigt außerdem, wie die Erdkruste unter Wasser aussieht, etwa an Tiefseegräben und unterseeischen Gebirgen. Der tiefste bekannte Punkt liegt im Marianengraben im Pazifik, knapp 11.000 Meter unter dem Meeresspiegel. Der Mount Everest würde darin komplett verschwinden, und über seinem Gipfel wären noch rund zwei Kilometer Wasser.
Auch in Deutschland kommt die Methode zum Einsatz. 2013 und 2014 wurde der Bodensee neu vermessen, mit einem Fächerecholot vom Schiff und einem Laserscanner aus dem Flugzeug. Seine tiefste Stelle liegt zwischen Fischbach und Uttwil, 251 Meter unter der Wasseroberfläche.
Trotz aller Technik ist der Meeresboden noch längst nicht fertig vermessen. Erst gut ein Viertel ist bisher in hoher Auflösung kartiert. Ein internationales Projekt will das bis 2030 ändern.