Was bedeutet es, im Curling einen Stein zu brennen?
Einen Stein zu brennen bedeutet im Curling, dass ein Spieler oder sein Besen den Stein berührt, während er noch in Bewegung ist. Das verändert den Weg des Steins über die Bahn und gilt als Regelverstoß. Im Englischen heißt so ein Stein „burned stone“.
Was dann passiert, hängt davon ab, wo der Stein berührt wurde. Geschieht es vor der Hogline am anderen Ende der Bahn, nimmt das eigene Team den Stein sofort aus dem Spiel. Geschieht es hinter dieser Linie, laufen zuerst alle Steine aus. Danach hat das andere Team die Wahl. Es kann alles liegen lassen oder den gebrannten Stein entfernen und verschobene Steine zurücklegen. Als dritte Möglichkeit legt es die Steine dorthin, wo sie ohne die Berührung vermutlich liegen geblieben wären. Die Regel soll für einen fairen Ausgleich sorgen, weil der Stein nicht seinen natürlichen Weg nehmen konnte.
Fast immer passiert das aus Versehen. Ein Wischer kommt dem Stein zu nahe, oder ein Spieler folgt ihm zu eifrig über das Eis. Deshalb achten Curler genau darauf, Besen und Hände vom laufenden Stein fernzuhalten.
Unter Curlern ist es Ehrensache, einen gebrannten Stein selbst zu melden, auch wenn das dem Gegner einen Vorteil bringt. Der Sport ist bekannt für seinen Fairplay-Gedanken. Bei vielen Spielen gibt es nicht einmal Schiedsrichter auf dem Eis. Seit 1998 gehört Curling fest zum olympischen Programm.