Was bedeutet „Brut“ auf Sekt und Champagner?
„Brut“ auf einer Flasche Sekt oder Champagner bedeutet: Der Schaumwein ist sehr trocken. Er enthält kaum Restzucker und schmeckt deshalb nicht süß, sondern frisch und herb.
Die Bezeichnung ist in der EU genau geregelt. Ein Schaumwein darf sich nur „brut“ nennen, wenn er weniger als 12 Gramm Zucker pro Liter enthält. Das ist weniger als in den meisten Limonaden oder Säften. Die deutsche Übersetzung auf dem Etikett lautet „herb“.
Jetzt kommt die Falle: „Trocken“ auf einem Sekt ist süßer als „brut“. Ein trockener Sekt darf 17 bis 32 Gramm Zucker pro Liter haben. Seine Obergrenze liegt damit fast dreimal so hoch wie bei Brut. „Halbtrocken“ liegt bei 32 bis 50 Gramm, „mild“ bei über 50 Gramm pro Liter. Wer es wirklich trocken mag, greift also zu Brut und nicht zu „trocken“.
Noch weniger Zucker steckt in „extra brut“ mit höchstens 6 Gramm und in „brut nature“ mit weniger als 3 Gramm pro Liter. Je weniger Zucker, desto trockener schmeckt der Wein. Bei Champagner ist Brut trotzdem die häufigste Variante, weil viele genau diesen klaren, trockenen Geschmack mögen.
In Deutschland lohnt sich der Blick aufs Etikett besonders. Beim Sektkonsum gehört das Land zur Weltspitze: 2024 trank jeder Mensch ab 16 Jahren im Schnitt rund 3,6 Liter Schaumwein.