Wie oft werden Zwillinge geboren?

Von Natur aus kommen Zwillinge bei etwa einer von 80 bis 90 Schwangerschaften vor. Das sind rund 1 bis 1,3 Prozent aller Geburten.

Weltweit ist die Quote in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen. Anfang der 1980er-Jahre kamen auf 1.000 Geburten etwa 9 Zwillingsgeburten, um 2015 waren es 12. Weil bei jeder Zwillingsgeburt zwei Kinder zur Welt kommen, ist heute etwa jedes 42. Neugeborene ein Zwilling, rund 2,4 Prozent. Die Hauptgründe: Frauen bekommen ihre Kinder später, und Kinderwunschbehandlungen wie die künstliche Befruchtung (IVF) erhöhen die Chance auf Mehrlinge deutlich.

In Deutschland liegt die Quote sogar noch höher. 2024 zählte das Statistische Bundesamt rund 20.550 Zwillingskinder, etwa 3 Prozent aller Neugeborenen. Seit 2017 sinkt der Anteil allerdings wieder, weil Kinderwunschkliniken immer öfter nur noch einen Embryo einsetzen.

Auch der Wohnort spielt eine Rolle. Westafrika hat die höchsten natürlichen Zwillingsraten. Berühmt dafür sind die Yoruba in Nigeria. Unter den Ländern liegt Benin vorn, mit fast 28 Zwillingsgeburten pro 1.000 Geburten. In Ostasien sind Zwillinge dagegen selten.

Es gibt eineiige und zweieiige Zwillinge. Eineiige entstehen, wenn sich eine befruchtete Eizelle teilt, zweieiige aus zwei verschiedenen Eizellen. Zweieiige sind deutlich häufiger, und die Veranlagung dazu kann vererbt werden. Eineiige Zwillinge sind weltweit etwa gleich häufig, rund 4 von 1.000 Geburten, und Kinderwunschbehandlungen erhöhen vor allem die Zahl der zweieiigen.

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