Warum heißt die Langzeitbelichtung an der Kamera „Bulb“?
Die Einstellung heißt „Bulb“, weil frühe Kameras mit einem kleinen Gummiball ausgelöst wurden. Bulb ist das englische Wort für so einen Ball. Drückte der Fotograf ihn zusammen, strömte Luft durch einen Schlauch und öffnete den Verschluss der Kamera.
Der Verschluss blieb offen, solange man den Ball gedrückt hielt. Ließ man los, nahm der Ball wieder seine Form an, und der Verschluss schloss sich. So konnte der Fotograf selbst bestimmen, wie lange Licht auf die Platte fiel. Für Nachtaufnahmen, Bilder vom Sternenhimmel und andere lange Belichtungen war das unverzichtbar.
Heute übernimmt das meist ein Drahtauslöser oder eine Fernbedienung. Das Prinzip ist dasselbe: Gedrückt heißt offen, losgelassen heißt zu. Manche Kameras hatten außerdem eine Einstellung „T“ für Time. Dort öffnete ein Druck den Verschluss, ein zweiter schloss ihn wieder.
Bis heute steht auf dem Wahlrad vieler Kameras ein „B“, und in den Menüs heißt der Modus Bulb oder Langzeitbelichtung. Den Gummiball braucht kaum noch jemand. Der Name hat die Technik überlebt, aus der er stammt.