Wie bohrt man nach Erdöl?
Nach Erdöl bohrt man mit einer Bohranlage, die unter einem hohen Bohrturm ein tiefes Loch in den Boden treibt. Zuerst wird ein breites Stahlrohr in die Öffnung gesetzt, das Standrohr. Es hält das Loch offen und verhindert, dass die Wände einstürzen.
Am Ende eines langen Bohrstrangs sitzt ein rotierender Bohrmeißel, der sich durch Erde und Gestein frisst. Kräftige Motoren an der Oberfläche treiben ihn an. Je tiefer der Meißel kommt, desto mehr Rohrstücke schrauben die Arbeiter oben an den Strang.
Die ganze Zeit wird eine Spezialflüssigkeit in das Bohrloch gepumpt, die Bohrspülung. Sie kühlt den Meißel, trägt das zerkleinerte Gestein nach oben und hält den Druck im Bohrloch stabil. Ohne sie könnten Öl oder Gas unkontrolliert nach oben schießen. Fachleute nennen das einen Blowout.
Schon während des Bohrens wird das Loch abschnittsweise mit Stahlrohren gesichert. Erreicht der Bohrmeißel das Ölreservoir, kommt ein letzter Rohrstrang hinein, und das Bohrloch wird abgedichtet. Zum Schluss kommen Ventile obendrauf, damit das Öl nach oben gepumpt werden kann, ohne dass etwas ausläuft.
Auch in Deutschland wird nach Öl gebohrt. Das größte deutsche Ölfeld heißt Mittelplate und liegt in der Nordsee vor der Küste von Dithmarschen, am Rand des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Seit 1987 wird dort gefördert, im Jahr 2018 waren es rund 1,1 Millionen Tonnen. Ein Teil des Feldes wird vom Festland aus erreicht, mit schräg verlaufenden Bohrungen von bis zu 9.275 Metern Länge.