Was ist Imperialismus?

Imperialismus bedeutet, dass ein Land die politische und wirtschaftliche Kontrolle über andere Gebiete oder Völker übernimmt. Meist geschieht das, wenn Großmächte ihre Grenzen ausdehnen oder ihren Einfluss weit über das eigene Staatsgebiet hinaus ausweiten.

In der Geschichte erklärt der Begriff vor allem die Kolonisierung von Afrika, Asien und Amerika. Europäische Länder wie Großbritannien, Frankreich und Spanien gründeten Kolonien, um sich Rohstoffe, Absatzmärkte und Macht zu sichern. Auch das Deutsche Kaiserreich machte mit: Ab 1884 besaß es Kolonien im heutigen Namibia, Tansania, Kamerun und Togo. 1919 musste es sie mit dem Versailler Vertrag abtreten. Für die kolonisierten Völker waren die Folgen gewaltig und wirken bis heute nach.

Imperialismus hatte viele Formen. Manchmal eroberte eine Nation ein Gebiet mit militärischer Gewalt. In anderen Fällen reichten Wirtschaftsverträge oder politischer Druck, um ein Land zu lenken, ohne einen einzigen Soldaten zu schicken. Viele Mächte kombinierten beides.

Heute wird das Wort oft in einem moderneren Sinn gebraucht. Dann geht es darum, wie mächtige Staaten schwächere wirtschaftlich oder politisch beeinflussen, ohne sie zu besetzen. Manche nennen das Neoimperialismus.

Wie Europa den Wettlauf um Afrika regelte, zeigt die Kongokonferenz. Auf Einladung von Reichskanzler Bismarck verhandelten 14 Staaten von November 1884 bis Februar 1885 in Berlin. Es ging um freien Handel und freie Schifffahrt auf Kongo und Niger und um Regeln, nach denen Kolonialmächte Gebiete beanspruchen durften. Drei Jahrzehnte später stand fast der ganze Kontinent unter europäischer Herrschaft.

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