War Buddha wirklich dick?
Der historische Buddha, der vor über 2.500 Jahren in Indien lebte, war nach allem, was alte Texte berichten, nicht dick. Siddhartha Gautama, so sein eigentlicher Name, hungerte eine Zeit lang als strenger Asket, bis man seine Knochen durch die Haut sah. Dann wandte er sich von dieser Härte ab und lehrte den „Mittleren Weg“ zwischen Genuss und Askese. Frühe Texte beschreiben ihn wie andere Mönche mit kahl geschorenem Kopf.
Trotzdem stellen sich viele Buddha als rundlichen, lachenden Mann vor, der sich den Bauch reibt. Diese Figur heißt „Lachender Buddha“ oder Budai und stammt aus der chinesischen Volkstradition. Entstanden ist sie erst Hunderte Jahre nach Buddhas Tod.
In Asien gibt es sehr unterschiedliche Buddha-Statuen. In Thailand und Indien stehen schlanke Figuren, während der runde, fröhliche Budai vor allem in China und Teilen Ostasiens zu finden ist. Dort steht er für Glück und Wohlstand. Auch in Europa halten ihn viele für den historischen Buddha.
Der „dicke Buddha“ ist also gar nicht der historische Buddha, sondern eine eigene Figur, die im Volksglauben ein Eigenleben entwickelt hat. Das Wort „Buddha“ kann je nach Weltregion sehr verschiedene Personen und Bedeutungen bezeichnen.