Welche Wolle ist achtmal wärmer als Schafwolle?
Die Unterwolle des Moschusochsen heißt Qiviut und wird manchmal auch Qiviuq geschrieben. Sie gilt als eine der weichsten und wärmsten Naturfasern der Welt und ist bei Strickern heiß begehrt.
Qiviut sitzt dicht an der Haut, unter dem langen, groben Deckhaar. Diese Unterwolle schützt das Tier vor extremer Kälte, vor allem in Grönland und anderen arktischen Regionen. Die Fasern sind so dünn und leicht, dass ein Schal aus Qiviut nur etwas über hundert Gramm wiegt und einen Erwachsenen trotzdem richtig warm hält.
Gemessen an der Isolationswirkung ist Qiviut etwa achtmal wärmer als normale Schafwolle. Es kratzt auch nicht, weil die Fasern seidig glatt sind und die steifen Schuppen anderer Wollarten fehlen. Viele Menschen, die gewöhnliche Wolle auf der Haut nicht vertragen, kommen mit Qiviut gut zurecht.
Gesammelt wird Qiviut meist, nachdem der Moschusochse im Frühjahr seine Unterwolle abwirft. Geschoren werden die Tiere dafür nicht. Die Wolle wird ausgekämmt oder dort eingesammelt, wo sich die Tiere an Felsen und Sträuchern reiben. Den Tieren schadet das nicht. Qiviut ist selten und entsprechend teuer, viele finden aber, dass es sich lohnt, wenn die Winterkälte kommt.
Moschusochsen leben nicht nur in der Arktis. Im Dovrefjell, einem Gebirge in Mittelnorwegen, gibt es eine Herde, die zwischen 1947 und 1953 angesiedelt wurde. Damals brachte man 21 Kälber aus Grönland dorthin.